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Weniger ist oft mehr !
 

Es war im Jahre des Herrn 2000

Bestes Winterwetter im November (25 bis 30 Grad warm), da kann man sich nicht beklagen - ist aber für Asien um diese Jahreszeit üblich. Als ich eines Tages, bei einer heissen Tasse Kaffee, eine folgenschwere Bekanntschaft mit einem älteren bayrischen Oldtimerliebhaber machte, dieser erzählte mir von einem Messerschmitt Tiger der in Laos am Strassenrand, neben einer Disco stehen sollte! Nun soviel wusste ich auch:

 Tiger ist immer lecker! Egal welcher Zustand!

Nun da man nirgens vor dem "Jägerlatein" sicher sein konnte, bin ich schnellstens auf mein  Moped gehechtet und mit heulendem Motor Richtung Unterkunft gebraust, wo man für solche Fälle immer ein passendes Revellmodell eines KR200 zur Hand hat!

Meine neue Bekanntschaft meinet:" Ja! Ja! So sieht der dort aus nur 4 Räder und nicht 3 Räder hat der Messerschmitt"

Kann man sich ja vorstellen wie der Puls auf 180 hoch ist und nicht mehr runter wollte. Brauchte ca. eine Woche bis alles klar war mit Visum für Laos, Flug buchen,Unterlagen richten und das Wichtigste: Modell herrichten! Dachte mir wenn die ein Tip-Top-Revellmodell sehen erkennen die sicherlich nie und nimmer einen alten abgeschundenen und verbastelten Messerschmitt! Wie wird der wohl aussehen? Über die Jahre sicherlich verunfallt und seiner Kanzel beraubt (kenn ich ja von meinem Asien-KR200), dann hat der Motor sicherlich nicht überlebt und das Heck wurde ebenfalls gegen hartes Geld eingetauscht! Nun was ist schon ein Revellmodell gegen einen FMR TG 500, da kann man schon mal Hand anlegen und einen Wiedererkennungsfaktor 100 herstellen! Also: einmal draufgestanden, die Kanzel in die Ecke getretten, das Heck gleich hinterher! da darf dann auch nicht die Antriebseinheit fehlen (beim Schmeissen!),da ja kein Rad in meinem Fall besser ist als ein 3 Rad! Den Rest durch den Dreck gezogen und nun sollte er doch so aussehen wie das was mich da in Laos erwartet!

Lange überlegte ich mir wie man systematisch auf die Tigerjagt geht! Von regelrechten Angstschüben heimgesucht: (Ist man mal wieder der ewig Zweite? Waren alle Anderen mal wieder vor einem? Wieviel "WISSEN" hat der Eigner? Was wurde Ihm alles beigebracht und wie bringe ich es Ihm bei, dass der Kleine nichts für Ihn ist und nur bei mir besser aufgehoben scheint!) und mit schweissperlen auf der Stirn übersät, trat ich die Reise mit einer kleinen Probellermaschine an.

In Laos endlich angekommen wunderte ich mich nicht über etwas französisch, war ja mal Kolonie! aber warum mussten immer die Worte: "Döschwo und Citong" fallen, wenn sie mein Modell betrachteten? Wie nur kann man ein Schmittchen mit einem 2CV von Citroen verwechseln? Aber da erinnerte ich mich an ein schönen badischen Samstagnachmittag als wir ein KR200 abladen wollten und irgend jemand von Goggo und ein Andere wieder von Isetta was stammelten, aber Worte wie:"Rosenheim, Fritz oder Flugzeug" fielen nie! Schade, die Laoten haben halt auch kein besseres Wissen, als der Mann von "Nebenan", der die Zeit hautnah miterleben durfte und heute doch nichts mehr weiss.

Mit dem Modell in der Einen und einem Schmittchenbuch in der anderen Hand, dabei den Mund immer voller Worte fand ich die einzigste Eiertank-Kreidler, einen Austin Moke sowie einen Honda S600 mit Kettenantrieb, aber auch einen Toyota S600! Dieser hat so seine Geschichte: Der Besitzer erzählte mir, dass dieses Auto von seinem Vater sei und es in Laos insgesammt 3 Stück gegeben habe, bedingt durch die Coca Cola Industrie, die noch zu komunistischen Zeiten Fuss fassen wollten und kurzerhand Sportflitzer verteilten, darauf hin dann sich auch in Laos niederlassen durfte. Dachte es mir doch: Wo ein Wille ist - ist auch ein Weg! und frei nach Toyota: nichts ist unmöglich!

Gott sei dank, kann man sich etwas in ihre Sprache unterhalten, ansonsten wäre es sicher stinke langweilig geworden, aber so machte es richtig Spass von Deutschland, dem Schnee, den Äpfeln, die so lose auf den Bäumen hängen und den vielen schönen dicken, käsigen Mädels zu erzählen! Ich kann die Jungs ja verstehen! Wenn man immer nur Schlanke, Braune und Langhaarige um sich hat, würde ich mich auch nach einem Schwarzwaldmädel mit Bollenhut, die in Ihrem Dirndel, mit guter Winterreserve kesch aussieht - sehnen, halt immer das - was man nicht hat!

Irgendwann stand ich dann vor meinem Tiger,

Zum Glück können sich Deutsche nie täuschen!

 

Auf den nächsten Seiten mein Fund!

 Man darf gerne mitraten!

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artura
artura@t-online.de